Die Argen Burgenlandkreis und Weißenfels liegen bei der Abrufung von Fördermitteln für die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen auf hintersten Plätzen. Dies ist trotz einer immer noch hohen Arbeitslosenquote nicht hinnehmbar und unverständlich. Unter dem Titel Fordern und Fördern hat der Bund in diesem Jahr zusätzliche Mittel zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt bereitgestellt, da er in dieser Förderung eine dringende Notwendigkeit sieht. Deshalb ist es ungeheuerlich, wenn Fördermittel nicht ausgeschöpft werden und dies vor dem Hintergrund, dass die Argen im September 2006 die Freigabe zusätzlicher Mittel für Eingliederungsmaßnahmen forderten und einen zweistelligen Millionenbetrag zugewiesen bekamen. „Es kann nicht sein, dass unsere beiden Altkreise monatelang über die Verrechnung von Verwaltungskosten feilschen und am Ende verfällt das Geld ungenutzt“, kommentiert der SPD-Kreisvorstand die Situation.
Hier sollte im Interesse der Betroffenen rasch überprüft werden, warum es zu solch einer „Zurückhaltung“ beim Abrufen von dringend notwendigen Fördermitteln gekommen ist. Auch sollte dabei geklärt werden, ob der sich über viele Monate hingezogene Streit zwischen der Agentur für Arbeit und dem Landkreis an dieser Situation mit Schuld trägt. Die regional Verantwortlichen müssen stärker als bisher ihren Einfluss in den Arbeitsgemeinschaften geltend machen um einen solchen Zustand zukünftig nicht mehr entstehen zu lassen.
Hinweis zum Thema: Bundesweit kritisierten Argen im letzten Jahr die Einbehaltung von ca. 1,1 Mrd. Euro Eingliederungsbehilfen durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Auf Drängen verschiedenster Politiker und Organisationen, darunter auch der SPD-Kreisvorsitzende Rüdiger Erben und Bundestagsabgeordneten Maik Reichel, wurden im September 2006 über 350 Mio. Euro umverteilt bzw. zusätzlich freigestellt. Durch dieses Geld konnten die Eingliederungsmaßnahmen für das letzte Quartal 2006 sichergestellt werden.